LOST - Tanzperformance


Vier Körper treffen sich irgendwo im Nirgendwo.Sie tasten sich suchend voran. Halten sich an Dingen und aneinander fest. Diffuse Töne türmen die verlorene Welt. Allmählich finden sie zueinander, verlieren sich im Spiel und in Erinnerungen. Bewegungen zirkulieren. Körper drehen sich. Wohin verschwindet all das Verlorene? Pulsierender Beat. Alles fällt. Nichts ist ewig und immer schafft der Verlust neuen Raum. Dieser tanzt.

Das Ensemble FIEL/IMPUKS unter der Leitung von Mareike Buchmann erkundet in seiner neuen Tanzperformance – generationsübergreifend –
die vielschichtigen, teils ambivalenten Formen des Verlierens.

All die Dinge und Menschen, die im Laufe des Lebens verloren gehen. Sie sind plötzlich einfach weg. Nicht mehr da? Die Leerstelle die dadurch entsteht ist manchmal wie ein Loch, in das wir hinfallen. Oder dass wir zu stopfen versuchen. Oder um das wir herumrennen. Bis zum Schwindel. Verlorene Körper sind fragil, instabil und labil.

Dann ist da aber auch die Kehrseite, dass Verlorene schafft Raum und Platz für Neues. Wie der Baum, der seine Blätter verlieren muss, damit im nächsten Jahr neue Blätter wachsen können. Hier stellt das Verlieren die Voraussetzung für das Neue erst her. Verlieren und Werden bedingen sich gegenseitig.

Gleichzeitig fragen wir uns, ob wir Menschen und Dinge wirklich verloren haben, wenn wir uns an sie erinnern? Die Erinnerung ist in LOST ein lichter Ankerpunkt, der immer wieder eine Orientierung, einen Halt bietet, wenn alle Fäden lose scheinen.

I’m a Loser Baby oder Allgemein betrachtet -

Der Loser ist in unseren Augen eine zentrale zeitgenössische Figur. Ein glitzernder Narr, dessen Können es ist, sich lose zu machen. Damit ist er der Gegenpart im wahnsinnigen Wettrennen um Besitz und Gewinn. Der Loser macht sich los, er lässt es sein. Er hört auf haben zu wollen, denn er hat verstanden. Nichts lässt sich besitzen. Grinsend zerschneidet er das Netz. Er hat keine Angst. Mit losen Enden tanzt es sich leichter. Er hofft, dass auch andere verstehen - damit wir nicht alle Verloren gehen.

Mit LOST setzt FIEL/IMPUKS nach DIE WARTE und DIE UNRUHE seine intensive Auseinandersetzung mit einem Thema und seiner spezifischen Auswirkung auf unseren Körper in Bewegung fort. Dabei arbeitet das Ensemble immer zwischen biografischen Erlebnissen und allgemeinen Beobachtungen.

LOST ist der 1. Teil der geplanten Trilogie LLV (Verlieren/lost, Lieben/love, Leben/live)

Leitung, Choreografie, Performance: Mareike Buchmann Co-Choreografie, Performance: Mia Johansson, Franzi Gärtner, Maxi Eventov Sound: Mirko Danihel

Kostüme: Julia Graf Bühne: Theresa Lawrenz. Dramaturgie: Robert Krajnik

Presse: Esther Klippel Foto: Simon Hegenberg, DeDa-Productions

Eine Produktion von FIEL/IMPUKS. Gefördert durch das Kulturamt Frankfurt, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Kulturamt Wiesbaden

Mareike Buchmann/ FIEL IMPUKS

Fiel/Impuks wurde am Ende des Jahres 2015 unter der künstlerischen Leitung der Tanz- Performancekünstlerin und Choreografin Mareike Buchmann gegründet.

Es war von Beginn an der Anspruch einer künstlerischen Haltung, die sich durch intensive Auseinandersetzung mit einem Thema, seiner künstlerischen aber auch philosophischen und poetischen Beschaffenheit auszeichnet, um Kunstwerke mit großer sinnlicher Qualität zu erzeugen, die die Wahrnehmung des Publikums herausfordert und sensibilisiert.

Der Fokus von FIEL/IMPUKS liegt auf einem experimentellen Zugang, der weniger eine geschlossene Narration, sondern vielmehr bewegende und bewegte Bilder zu erschaffen sucht. Es ist die über den Körper gefundene Konsequenz einen irritierenden Gesamteindruck zu kreieren der nicht auf Provokation, sondern auf ein gemeinsames Erlebnis von Räumlichkeit hinzielt. Es ist nichts weniger als die besondere Schaffung von Wahrnehmungsqualitäten.

Im Kontext des neuen Projektes interessiert uns deshalb vor allem der Empfindungs-Zustand, der mit dem Verlieren einhergeht und den Körper in seiner Bewegung, Ausrichtung und Orientierung betrifft und die Frage, wie diese körperliche Betroffenheit für die Zuschauer erfahrbar gemacht werden kann. Es gehört weiter zu unserem Selbstverständnis des Forschens und Experimentierens, dass jedes Thema einen eigenen Ansatz und spezifische künstlerische Zugänge erfordert.

Mareike Buchmann arbeitet seit der ersten Produktion DIE WARTE in enger Zusammenarbeit mit dem Soundkünstler Mirko Danihel, der Kostümbildnerin Julia Graf und dem Dramaturgen Robert Krajnik.

Die Tänzerin Mia Johansson und die Bildende Künstlerin Theresa Lawrenz (Bühne) ergänzen seit LOST das Ensemble.

Die beiden Kinder Franziska Gärtner und Maximilian Eventov waren über mehrere Jahre in einer von Mareike Buchmann geleiteten Gruppe für kreativen Tanz und haben dort sowohl das Vertrauen in ein eigenes Ausdrucksverständnis entwickelt sowie den Zugang zu selbstständiger künstlerischer Gestaltungsweise bekommen.



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